{"id":734,"date":"2022-08-14T00:24:52","date_gmt":"2022-08-13T22:24:52","guid":{"rendered":"https:\/\/stefanthoeni.ch\/?p=734"},"modified":"2022-08-14T00:24:59","modified_gmt":"2022-08-13T22:24:59","slug":"die-methode-rosenthal-und-die-risiken-fuer-die-gesamtgesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stefanthoeni.ch\/index.php\/2022\/08\/14\/die-methode-rosenthal-und-die-risiken-fuer-die-gesamtgesellschaft\/","title":{"rendered":"Die Methode Rosenthal und die Risiken f\u00fcr die Gesamtgesellschaft"},"content":{"rendered":"\n<p>Im Podcast Datenschutzplaudereien wurde in <a href=\"https:\/\/podcast.datenschutzpartner.ch\/32-methode-rosenthal\">einer der letzten Ausgaben<\/a> die \u00abMethode Rosenthal\u00bb des Anwalts <a href=\"http:\/\/rosenthal.ch\/\">David Rosenthal<\/a> vorgestellt. Diese will das Risiko bewerten, dass amerikanischen Sicherheitsbeh\u00f6rden auf Personendaten in der Cloud zugreifen. Konkret geht es um Angebote von amerikanischen Konzernen, respektive deren Niederlassungen in der Schweiz, wenn die Daten in der Schweiz oder mindestens in Europa gespeichert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Methode Rosenthal macht aber meines Erachtens einen f\u00fcr die Bewertung entscheidenden Fehler, indem sie das Risiko des Zugriffs in Bezug auf ein bestimmtes Unternehmen bewertet. Richtigerweise m\u00fcsste aber das gesamte Risiko der maximal zul\u00e4ssigen Auslagerung von Personendaten durch s\u00e4mtliche Unternehmen f\u00fcr die Gesamtgesellschaft betrachtet werden. Zudem muss der kumulative Effekt s\u00e4mtlicher wirklicher Zugriffe sowie der Ungewissheit \u00fcber die Zeit betrachtet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Schaden entsteht dabei durch die Kombination der Tatsachen, dass niemand wissen kann, welche Daten die amerikanischen Sicherheitsbeh\u00f6rden \u00fcber einem gesammelt haben, dass sich amerikanische Sicherheitsbeh\u00f6rden notorisch nicht an rechtliche Vorgaben halten und dass es eine handvoll Beispiele gibt, in denen die USA gezielt und ohne einen Prozess, den wir als rechtsstaatlich bezeichnen w\u00fcrden, das Leben einzelner Menschen ruiniert haben. Dadurch werden die Meinungs\u00e4usserungsfreiheit, die Pressefreiheit, die Informationsfreiheit und letzten Endes die Demokratie erheblich besch\u00e4digt. Wenn der Schaden so betrachtet wird, ist sofort klar, warum die theoretische Zugriffsm\u00f6glichkeit sehr viel schwerer wiegt als die Anzahl F\u00e4lle. Ebenso ist klar, warum Cyberkriminelle nicht denselben Effekt haben, selbst wenn sie sehr viel mehr Personendaten stehlen und sogar publizieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Es wird auch offensichtlich, warum schwache B\u00fcrofenster ein sehr viel kleineres Risiko sind: Nicht einmal die amerikanischen Sicherheitsdienste w\u00fcrden sich trauen, in der Schweiz bei jedem Unternehmen einzubrechen, mit dem ein bestimmter den USA unliebsamer Mensch etwas zu tun hat. Die Verwendung von Produkten von Microsoft, Amazon, Google, etc. durch fast alle Unternehmen und Beh\u00f6rden in der Schweiz ist dagegen ein datenschutztechnisches Klumpenrisiko, dass die Gesellschaft nicht tolerieren kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Recht in der Schweiz sch\u00fctzt zwar mit der Datenschutzgesetzgebung nur die Pers\u00f6nlichkeitsrechte und Freiheiten des einzelnen Menschen, aber f\u00fcr die Bewertung, welche Datenverarbeitungen zul\u00e4ssig sind, muss trotzdem auf die Summe der Freiheitsrechte der Gesamtgesellschaft abgestellt werden. Dies tut die schweizerische Rechtsordnung auch an anderer Stelle, wo z.B. das Stimmrecht jeder einzelnen stimmberechtigten Person durch das Strafrecht gesch\u00fctzt wird, obschon damit nicht dieser Mensch, sondern die Demokratie als Institution gesch\u00fctzt werden soll.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Podcast Datenschutzplaudereien wurde in einer der letzten Ausgaben die \u00abMethode Rosenthal\u00bb des Anwalts David Rosenthal vorgestellt. 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